jungfrau

JUNGFRAU





Jungfrau: Liebe und Partnerschaft

Der Jungfrau-Mensch als Freund

Jungfrau-Menschen haben eine klare, präzise Ausdrucksweise. Einige von ihnen verstehen sogar blendend zu formulieren und zu begründen, vor allem schriftlich - was sie aber ganz und gar nicht können, das ist, ihren Gefühlen beredten Ausdruck zu geben, egal ob es sich um Gefühle der Liebe oder der Freundschaft handelt. Wenn es um Herzensdinge, um Neigung und Sympathie geht, machen sie nie viele Worte. Sie sind also das genaue Gegenteil jener Menschen, die ständig ihr "Herz auf der Zunge tragen".
Was lebhafte Freundschaftsbeteuerungen angeht, kann man daraus a priori keine Schlüsse auf ihre Aufrichtigkeit ziehen, denn es ist natürlich ebenso möglich, daß der Betreffende hervorsprudelt, was er tatsächlich empfindet, oder auch, daß er gewisse Phrasen und Liebenswürdigkeiten einfach fest in seinem Sprachschatz hat und sie ohne Überlegung bei jeder Gelegenheit anwendet.
Im entgegengesetzten Fall, nämlich dem der Jungfrau-Menschen, ist es mit Gewißheit falsch, von ihrer Zurückhaltung in puncto Freundschaftserklärungen auf mangelndes Freundschaftsempfinden zu schließen. Diese ruhigen, unaufdringlichen Typen sind sogar oft weit verläßlichere und ehrlichere Freunde als die sich einem stürmisch aufdrängendenTypen.
Von einem Jungfrau-Geborenen wird man also nicht immer wieder zu hören bekommen: "Wie schön, daß wir Freunde geworden sind -Freunde fürs ganze Leben!" Oder: "Wenn du irgend etwas brauchst, wende dich nur an mich. Du kannst dich jederzeit auf mich verlassen, ich bin doch dein Freund (resp. deine Freundin)!" - Nein, sie fallen einem auch nicht bei jeder Gelegenheit um den Hals.
Die Zurückhaltung, die zum Jungfrau-Wesen gehört und so oft mißdeutet wird - nämlich als Gleichgültigkeit, Interesselosigkeit, Nüchternheit, Gefühlskälte und dergleichen mehr -, prägt also auch das Verhalten in der Freundschaft. Am Beginn steht Prüfen und Abwarten.
Für diese ausgedehnte Anlaufzeit sind mehrere Gründe maßgebend. Jungfrau-Menschen haben eine hohe Meinung von der Freundschaft, und gerade weil es sich dabei um Wertvolles und Wichtiges handelt, darf die Wahl nicht überstürzt werden, finden sie. Die Entscheidung darüber, ob man sich mit einem anderen Menschen freundschaftlich verbindet, kann einfach nicht binnen weniger Wochen oder Monate fallen. Außerdem sind Jungfrau-Geborene nur begrenzt kontaktbereit, obwohl sie schöne menschliche Kontakte sehr zu schätzen wissen. Das ist kein Widerspruch. Es besagt bloß: Der Jungfrau-Typ bejaht zwar freudig und ausdauernd den Kontakt in jenen Fällen, da echte Sympathie und Übereinstimmung erwiesen ist, er lehnt jedoch ab, mehr oder weniger wahllos Kontakte anzuknüpfen, einfach um nicht allein zu sein. Es besteht also nicht der Wunsch nach Kontakten um jeden Preis, hingegen sehr wohl jener nach den seiner Vorstellung entsprechenden richtigen Kontakten. Das ist der Unterschied zwischen dem Jungfrau-Typ und anderen Typen, die sich schnell anschließen, und es ist kein Wunder, daß ein Jungfrau-Mensch die "anderen" für leichtfertig und oberflächlich hält, während diese wiederum ihn als schwerfällig und kritisch bezeichnen.
Was daraus hervorgeht? In erster Linie wohl, daß ein Jungfrau-Geborener, der sich als Freund zu erkennen gibt, durch und durch verläßlich ist und es auch bleibt, denn sein Entschluß, jemandes Freund zu sein, war ja nicht das Produkt eines Zufalls oder bloß auf eine Situation zurückzuführen, so daß deren Veränderung gleich auch eine Änderung in den Freundschaftsgefühlen nach sich ziehen könnte.
Was Freunde aus dem Zeichen Jungfrau mitunter etwas schwierig macht, ist ihre kaum je offen ausgesprochene, aber nichtsdestoweniger kräftige Forderung, das, was sie geben, in gleicher Münze zurückbezahlt zu bekommen. Freilich gehört es zu jeder guten Freundschaft, daß Geben und Nehmen einander halbwegs die Waage halten, doch legen Jungfrau-Geborene, was das "gleich für gleich" anbelangt, leider oft einen strengen, um nicht zu sagen pedantischen Maßstab an.
So sind sie beispielsweise nachhaltig verstimmt, wenn man ihren Geburtstag vergißt oder sich zu spät daran erinnert. Da sie sich selbst bei allen Festen mit größter Pünktlichkeit einstellen und dies als selbstverständlich betrachten, können sie einfach nicht verstehen, warum das anderen nicht auch möglich sein sollte. Sie sind sehr genau, ordnungsliebend, pünktlich, und da ihnen das alles angeboren ist, fehlt ihnen das Verständnis dafür, daß es anderen Menschen Mühe bereiten könnte, annähernd gleiche Tugenden zu entfalten.
Ein ganz großer Fehler wäre es, am Ende gar über die Gewissenhaftigkeit von Jungfrau-Freunden zu spötteln, sich darüber lustig zu machen, daß sie sogleich wegräumen, was nicht gebraucht wird, daß bei ihnen die Kissen auf der Couch wie die Töpfe im Schrank oder die Bleistifte auf dem Schreibtisch stets "in Reih und Glied" ausgerichtet sind. Damit kränkt man sie ganz unnötig, besonders, wenn in den diesbezüglichen Äußerungen das Urteil "kleinlich" oder "lächerlich" mitschwingt.
Sie sind relativ leicht zu verletzen, die Jungfrau-Menschen, auch wenn sie es sich nicht anmerken lassen, und sie grämen sich darüber, von ihren Freunden nicht verstanden zu werden.


Der Jungfrau-Mensch als Liebespartner

"Du hast mir den ganzen Abend verdorben!" grollte das Mädchen. Ihr Begleiter - ein Jungfrau-Geborener - blieb stehen. Er war sehr erstaunt: "Jetzt möchte ich bloß wissen, wieso! Erstens hatte ich den Eindruck, daß du dich sehr gut unterhältst, zweitens habe ich mir wirklich Mühe gegeben, so zu tun, als gefalle mir diese öde Party, drittens bin ich, bloß dir zuliebe, sogar bis zum Schluß geblieben ..." - "Ja, aber mit welchem Gesicht! Du hättest dich nur im Spiegel sehen sollen! Deine Miene sprach Bände."
Er seufzte. "Wenn das so war, dann habe ich mich offenbar doch nicht genügend verstellen können. Um ganz ehrlich zu sein: Ich kann dieser Sorte Unterhaltungen wirklich nichts abgewinnen. Den ganzen Abend ist kein einziges vernünftiges Gespräch zustande gekommen. Es wurde viel geredet, ja - aber lauter oberflächliches Zeug, Phrasen, vorgekaute Schlagworte, die ohne Überlegung nachgeplappert werden. Da habe ich eben immer wieder denken müssen: Wenn ich daheim geblieben wäre und ein gutes Buch gelesen hätte, wäre das ein größerer Gewinn gewesen. Bei Geselligkeiten der Art, wie wir sie heute abend erlebt haben, vergeudet man sinnlos die Zeit"
"Diese Gedanken hat man dir angesehen. Weißt du, was du bist? Ein abscheulicher Spaßverderber! Ein schwerfälliger Pedant! Ich frage mich, wie das werden wird, wenn wir einmal verheiratet sind. Bisher hatte ich immer noch gehofft, du würdest dich ändern, mir zuliebe, ein bißchen wenigstens."
Er starrte vor sich hin. "Ich habe es versucht", sagte er dann. "Aber ich fürchte ..."
Zu befürchten gibt es da wirklich einiges, nämlich, daß sich zwei Partner fanden, die einfach nicht zueinander passen! Jungfrau-Geborene haben eine ernste Lebensauffassung, die sich meist schon in der Jugend deutlich ausprägt. Sie sind nicht sehr kontaktfreudig, schließen sich fremden Menschen gegenüber nur langsam auf, grübeln manchmal mehr als guttut, machen es sich gerne selbst schwer - und der Umwelt desgleichen. Aus alldem geht hervor, daß sich fast nie echte Übereinstimmung mit Partnern erreichen läßt, die das Leben von der leichten Seite nehmen, sehr beweglich oder gar etwas oberflächlich sind. Dem Jungfrau-Typ fehlt das Verständnis für Anschauungen, die den seinen entgegensetzt sind, und er ist nur recht begrenzt anpassungsfähig.
Grundbedingung für das Gedeihen einer Liebesbeziehung ist, daß sich die Einstellung der Partner zu den wichtigsten Problemen des Lebens wenigstens zu etwa fünfzig Prozent deckt. Das Vorhandensein seelischer und geistiger Gleichgestimmtheit fällt in der Jungfrau-Liebe nicht zuletzt deshalb besonders ins Gewicht, weil dieser Typ in rein erotischen Bindungen keine Befriedigung findet und die Erotik lediglich als Teil eines Ganzen bejaht, zu dem eben auch der erwähnte seelische und geistige Kontakt gehört.
Das nachfolgend Erläuterte geht von der Voraussetzung aus, daß es sich um Paare handelt, für deren Liebe die gewünschte dreifache Basis vorhanden ist - denn wenn es damit in irgendeiner Weise nicht stimmt, erübrigt sich die Frage nach richtiger Behandlung des Partners, da es ohnedies nicht klappen kann.
Bevor ein Jungfrau-Mensch einen Entschluß faßt, hat er ihn mehrmals und gründlich überlegt. Es hat kaum Sinn, ihn zu drängen. Man muß ihm Zeit lassen - auch wenn es darum geht, daß er seine Liebe erklärt. Tut er es, darf man getrost darauf bauen, denn dann handelt es sich nicht um jäh aufgelodertes (und womöglich ebenso rasch wieder erlöschendes) Gefühlsfeuer.
Jungfrau-Geborene verfügen über starkes Verantwortungsbewußtsein und Selbständigkeitsstreben. Ein junger Mann dieses Zeichens wird meist erst dann an Ehe denken, wenn er in der Lage ist, für eine Frau und die möglicherweise zu erwartenden Kinder selbst zu sorgen. Es widerstrebt ihm, in der Ehe vorerst finanziell von Eltern oder Schwiegereltern abhängig zu sein. Einen Zuschuß wird er allenfalls akzeptieren, doch ungern, und er wird sich nach Kräften bemühen, die Frist, in der er dieser Hilfe bedarf, möglichst abzukürzen.
Sein Standpunkt ist aller Ehren wert, wird allerdings von ungeduldigen jungen Mädchen nicht immer richtig verstanden. "Wie? Noch zwei Jahre sollen wir bis zur Hochzeit warten!" entrüstet sich manch ein kleines Fräulein. "Warum denn? Papa verdient genug, um uns fürs erste mitzuschleppen. Aber du liebst mich einfach nicht richtig, sonst könntest du nicht so kühl Geduld predigen."
Irrtum! Jungfrau-Geborene sind gar nicht so "kühl", wie sie mitunter erscheinen. Sie verfügen bloß über etwas überdurchschnittliche Beherrschung, die aber wirklich nicht mit Kälte oder Gleichgültigkeit verwechselt werden sollte.
Zugegeben - Jungfrau-Geborene tun manchmal etwas, das als Beweis für mangelnde Liebe gedeutet werden könnte, vor allem dann, wenn der Partner mit dem Jungfrau-Charakter ungenügend vertraut ist oder wenn er das Liebesverhalten nach einem einheitlichen Schema beurteilt, also beispielsweise meint: "Wer richtig liebt, dem gefällt automatisch alles am Partner, sogar die Fehler." Aber beim Jungfrau-Typ sind weder Kritik noch der Wunsch, mit einer Dauerbindung noch zu warten, als Mangel an Liebe zu werten.


Der Jungfrau-Mann und die moderne Partnerschaft

Der Jungfrau-Mann ist der geborene Realist, der beim Planen stets auf dem Boden der Tatsachen bleibt. Sein Wagemut hält sich in Grenzen. Das hängt auch mit dem Pessimismus zusammen, der in diesem Zeichen ziemlich verbreitet ist. So wird oft grundlos vermutet, daß ein Unternehmen ohnedies aussichtslos ist und erst gar nicht versucht, es zu starten.
Im Jungfrau-Wesen sind verschiedene Hemmungen eingebaut - bei dem einen stärker, bei einem anderen schwächer. Ist ein Jungfrau-Mann aber einmal von der Richtigkeit seines Handelns überzeugt, dann kann er ungeheure Zähigkeit entwickeln und auf diese Weise wieder aufholen, was er in einem anderen Fall vielleicht versäumt hat.
Auch hochgradige Gewissenhaftigkeit und Verläßlichkeit muß dem Jungfrau-Typ zugestanden werden und eine sehr positive Einstellung zur Treue. Es handelt sich meist um wertvolle Menschen mit Tiefgang, die sich nur leider wiederholt selbst im Wege stehen.
Die Geborenen der drei Erdzeichen sind in der Mehrzahl konservativ, das gilt für Steinbock- und Stier-Menschen genauso wie für Jungfrau-Geborene. Sie sind richtig "erdschwer", wie man das manchmal nennt, also nicht für Phantastereien und kühne Ideenflüge zu haben, sondern von jener Art, die zögernd und tastend Schritt vor Schritt setzt, sich an Erprobtes und Geprüftes hält und Neuem stets mit einer Portion Skepsis und Mißtrauen gegenübertritt.
So ist zum Beispiel immer wieder zu beobachten, daß Jungfrau-Menschen sich ihr Leben so einzurichten trachten, wie sie es vom Elternhaus her kennen - besonders natürlich dann, wenn sie sich dort geborgen fühlten und eine glückliche Kindheit hatten. Blieb ihnen das Gefühl der Geborgenheit versagt, werden sie sich bemühen, es selbst später "besser zu machen", sie werden sich also nur um so mehr anstrengen, selbst eine harmonische und dauerhafte Ehe zu führen, wenn sie als Kind Zeuge von Zank und Streit zwischen den Eltern wurden und schließlich am Ende gar zwischen den geschiedenen Elternteilen hin und her gerissen wurden.
Es gibt also zwei Möglichkeiten, die allerdings beide in dieselbe Richtung führen: Das Kind aus harmonischem Elternhaus wird später eine Ehe im gleichen Stil führen wollen - und das ist meist der "alte Stil" - während das Kind aus disharmonischen Verhältnissen für sich dann das wünscht, was ihm versagt blieb: wiederum eine Ehe, in der das Füreinander-Dasein die Hauptrolle spielt.
Besonders Jungfrau-Männer wählen sehr oft eine Partnerin, die "so ist wie Mutter" (wenn diese Mutter für den kleinen Jungen das ideale Frauenbild war), oder die so ist, wie man sich die Mutter gewünscht hätte (wenn sie dieses Ideal nicht war).
So manches junge Mädchen, das sich in einen Jungfrau-Mann verliebte, ist schon am Vergleich mit dem Mutterbild gescheitert. Einigen ist dabei Unrecht geschehen - jenen nämlich, die dem Jungfrau-Mann vielleicht doch hätten geben können und wollen, was er sich wünscht -, andere wieder haben den Kampf verloren, weil sie einfach die neue Mode mitmachen wollten und sich allzu emanzipiert gebärdeten (womöglich gegen ihre innere Überzeugung, nur um "in" zu sein!).
Denn es liegt ja auf der Hand, daß ein konservativer Jungfrau-Typ jene Partnerschaftsformen, die vom Althergebrachten teils sehr weit abweichen, nicht ohne weiteres bejahen kann.
Von der Skepsis jener Männer gegenüber einschneidenden Neuerungen war bereits die Rede. Hinzu kommt, daß der Jungfrau-Mann sehr darauf bedacht ist, seine Position zu sichern, im Beruf ebenso wie im Privatleben, und daß er sich folglich gegen alle Strömungen zur Wehr setzt, von denen er eine Gefährdung dieser Position fürchtet.
Der Jungfrau-Mann ist zwar kein wilder Tyrann, ihm geht es nicht um die Unterjochung der Frau (von wenigen Ausnahmen abgesehen), aber er trägt gerne Verantwortung, beschützt gerne, möchte dafür Dank und Bewunderung ernten und fürchtet nun. daß ihm all das nicht mehr möglich ist, wenn die Gefährtin ihr Selbständigkeitsstreben auf die Spitze treibt.
Gewiß gibt es in diesem Bereich Mißverständnisse. Was den Jungfrau-Mann abschreckt, sind die Extreme moderner Frauenrechtsbewegungen. Aber die sind ihm so verdächtig, daß er mitunter gleich in Bausch und Bogen alles ablehnt, was aus dieser Richtung kommt, sogar die durchaus vernünftigen Bestrebungen, mehr Gleichberechtigung für Frauen zu erreichen.
Das einigermaßen Groteske daran ist, daß der - positive -Jungfrau-Mann ohnedies über genügend Gerechtigkeitsempfinden verfügt, um der Frau, die er liebt, die Möglichkeiten zur Entfaltung nicht zu beschneiden. Sobald er ihrer sicher ist und sie als verläßliche Gefährtin hochschätzt, wird er kaum etwas einwenden, wenn sie sich weiterbilden will oder berufstätig bleiben möchte.
Kritisch wird es in der Regel nur dann, wenn der Jungfrau-Mann durch das Verhalten seiner Frau verunsichert wurde: Wenn er beispielsweise den Eindruck (oder gar Beweise) hat, daß sie nicht an ihrem Beruf an sich, sondern vor allem an den Kontakten mit vielen anderen Männern interessiert ist, die er ihr bringt.
Wenn das Selbstbewußtsein bei Jungfrau-Männern auch deutlich ausgeprägt sein kann, lauern doch in unmittelbarer Nachbarschaft die Zweifel an sich selbst. Und so fragt sich ein aufgeschreckter Mann aus dem Zeichen Jungfrau nur zu schnell: Was vermißt meine Frau bei mir? Was bleibe ich ihr schuldig? Wieso begnügt sie sich nicht damit, einfach meine Frau zu sein?
Der beste Weg, die Verbindung mit einem Jungfrau-Mann krisenfrei zu halten, ist der, ihm ruhig und überzeugend klarzumachen, daß er nichts zu befürchten braucht, daß er geliebt und geachtet wird. Gelingt das einer Frau, wird sie vom Jungfrau-Gefährten auch das Zugeständnis erhalten, eigene Aktivitäten zu pflegen, die über Haushalt und Kindererziehung hinausgehen. Wenn sie sein Vertrauen hat, wird er mit ihr über alle Fragen des gemeinsamen Lebens offen sprechen und ihren Argumenten Aufmerksamkeit schenken.
Das Vertrauen ist das wesentliche. Gerät es nämlich einmal ins Wanken, ist der Schaden nur schwer zu reparieren. Und ein zweifelnder, eifersüchtiger, verunsicherter Jungfrau-Mann kann sehr unangenehm werden, so gütig und herzlich er sonst ist.
Er wird dann jeden Schritt seiner Partnerin eifersüchtig und hellhörig, mißtrauisch und argwöhnisch bewachen und schreckt auch nicht davor zurück, ihr alle möglichen Geheimnistuereien anzudichten, nur weil sie ihm vielleicht nicht freiwillig ein tägliches Protokoll dessen liefert, was sie während jeder einzelnen Stunde getan hat.
Um dieser Situation vorzubeugen, ist es besser, dem Jungfrau-Mann klarzumachen, daß man nicht die geringste Absicht hat, ihn in seiner Vormachtstellung zu beschneiden, sondern daß es lediglich darum geht, als Frau eigene Ideen und Pläne entwickeln zu dürfen.


Die Jungfrau-Frau und die moderne Partnerschaft

Weibliche Jungfrau-Geborene finden sich im Leben meist gut zurecht. Ihr Zeichen ist eines der drei Erdzeichen, und das bringt man nicht zu Unrecht mit dem Sinn für praktische Belange und einer gewissen kritischen Nüchternheit in Zusammenhang.
Man täte den Frauen dieses Zeichens jedoch unrecht, würde man ihnen nur diese kühl wägende Betrachtensweise zusprechen und nicht auch Herzlichkeit und Zärtlichkeit. Die letztgenannten Züge werden freilich nicht auf dem Präsentierteller herumgereicht, vielmehr öfter hinter einer Maske verborgen und erst bei näheren Kontakten erkennbar, was einer Fehleinschätzung der Jungfrau-Frauen Tür und Tor öffnet.
Die Gründe für diese Tarnung sind in einer spröden Scheu zu suchen, in manchmal übertriebener Vorsicht und der Angst, ausgenützt oder belächelt zu werden, wenn man Weichheit zeigt. Was bei mancher Jungfrau wie Hochmut aussieht, ist in Wirklichkeit Unsicherheit und eben Angst, mag sie noch so grundlos sein.
Zu den sogenannten einfachen Partnerinnen zählen die Jungfrau-Geborenen kaum, obwohl sie viele Vorzüge aufweisen, zum Beispiel ihre Verläßlichkeit, ihre Bereitschaft, sich für den Partner einzusetzen, ihr Verantwortungsbewußtsein und Dauerhaftigkeit im Gefühlsbereich.
Sie sind aber auch in hohem Grade mißtrauisch und schwer zu versöhnen, wenn sich zeigt, daß ihr Mißtrauen begründet war, sind außerdem bisweilen recht kritisch und pedantisch, was Zündstoff in der Alltagsgemeinschaft liefert. Bei einer verliebten, glücklichen Jungfrau mag das weniger in Erscheinung treten, doch neigen diese Frauen dazu, schon bei geringfügigen, oft nur eingebildeten Kränkungen sogleich eine Härte an den Tag zu legen, die bei ihnen in erster Linie eine Abwehrreaktion ist, aber dazu führen kann, daß sich kleine Differenzen zu großen auswachsen.
Dabei schlummert in jeder Jungfrau-Geborenen der Wunsch, verwöhnt zu werden, Zärtlichkeit zu empfangen und zu geben, mit dem Partner "ein Herz und eine Seele" zu sein - sie kann es bloß nicht immer zeigen oder sagen.
Zum Typischen der Jungfrau-Liebe gehört, daß sie den Verstand nicht ganz zum Schweigen bringt, diesen verflixten Verstand, der sich sozusagen in ständiger Alarmbereitschaft befindet, öfter auch falschen Alarm gibt und jenem Glück, wie es sorglosere und naivere Naturen genießen, im Wege steht.
Die Zwiespältigkeit des Jungfrau-Wesens prägt auch die Einstellung dieser Frauen zur modernen Partnerschaft.
Da ist auf der einen Seite Selbstbewußtsein, vor allem das Wissen um die eigene Tüchtigkeit und daraus resultierend der Wunsch nach Gleichberechtigung.
Auf der anderen Seite aber steht die - zwar verborgene, doch unleugbar existente - Lebensangst der Jungfrau-Geborenen, die Schutz bei einem starken Gefährten sucht.
Wie soll sich eine Frau in diesem Zwiespalt verhalten? Wie soll sie eindeutig Stellung beziehen - für oder gegen die modernen Formen der Partnerschaft?
Man trifft nicht selten Jungfrau-Geborene, die sehr energisch eine Lanze für die Emanzipation der Frauen brechen, in Diskussionen kühne Forderungen erheben und auch behaupten, trotz Partnerbindung weitgehende Unabhängigkeit erreicht zu haben - und die dann doch wiederholt ganz anders handeln, als man ihren Worten nach erwartet hätte.
Eine gewisse Neigung zum Trotzen und sich Versteifen gehört zweifellos zum Jungfrau-Wesen. Eine Frau dieses Zeichens wird deshalb um so vehementer für ihre Freiheit eintreten, je deutlicher der Partner sie zu beschneiden versucht.
Ein Mann, der sie durchschaut und ihr raffiniert vorzuspiegeln versteht, daß sie ohnedies alle Freiheiten habe, erreicht jedoch nicht selten, daß sie alle seine Wünsche erfüllt.
Es gibt den Typ der Jungfrau-Geborenen, die überzeugt davon ist, auf gleicher Ebene mit dem Gefährten zu stehen und sich ihm in Wahrheit unterordnet, ohne es zu merken - oder merken zu wollen.
Formen von Selbstbetrug sind ebenfalls gar nicht so selten. So kommt es vor, daß Jungfrau-Frauen, die im Grunde genommen recht gerne ein finanziell sorgloses Leben an der Seite eines gutverdienenden Mannes führen würden, behaupten, ihre eigene Berufstätigkeit sei für sie zur Selbstverwirklichung wichtig, während sie in Wirklichkeit der Notwendigkeit entspringt, das Familienbudget aufzubessern.
In einem geheimen Winkel der Seele träumt jede Jungfrau vom starken und reichen Mann, der ihr Sicherheit gibt. Sie wird es bloß nicht zugeben.
Und damit ihr um Himmels willen nur niemand anmerkt, daß sie "altmodisch" ist, gibt sie sich lieber betont emanzipiert.
Natürlich sind im Kreis der Jungfrau-Geborenen die verschiedensten Schattierungen der typischen Wesensmerkmale anzutreffen. So kann das Sicherheitsstreben dieser Frauen auch dazu führen, daß tatsächlich einem Beruf der Vorzug vor dem Hausfrauendasein gegeben wird, weil damit das Gefühl verbunden ist, fest auf den eigenen Füßen zu stehen - für alle Fälle, und weil man ja nie weiß, welche Überraschungen das Leben noch bereithält und ob die Partnerschaft Bestand haben wird.
Für die Mehrzahl der Jungfrau-Geborenen gilt, daß sie sich nicht gerne bevormunden lassen. Hier liegt echtes Gleichberechtigungsstreben vor. Das schließt allerdings nicht aus, daß die Jungfrau in diesem Punkt getäuscht werden kann. Wenn der Mann nämlich geschickt genug ist, der Jungfrau seine eigenen Entscheidungen in einer Weise mundgerecht zu machen, daß sie letzten Endes überzeugt davon ist, selbst so entschieden zu haben, besteht ihr Mitspracherecht genaugenommen nur in ihrer Einbildung.
Es ist eine der Ungereimtheiten, denen man bei Jungfrau-Geborenen begegnet, daß der kritische Verstand, über den sie zweifellos verfügen, dennoch vom Partner umgangen werden kann, zumindest eine gewisse Zeit hindurch. Das "Erwachen" geht fast immer Hand in Hand mit einer konkreten Enttäuschung - beispielsweise, wenn Untreue des Partners entdeckt wird - und ist dann sehr schmerzlich.
In solchen Situationen neigen Jungfrau-Geborene auch zu radikalen Reaktionen. Sie verlangen etwa (mitunter übereilt) die Scheidung und betonen energisch, daß sie als moderne, selbständige Frauen es nicht nötig haben, nur des Versorgtseins in der Ehe wegen diese um jeden Preis aufrechtzuerhalten, daß sie sehr gut oder besser allein zurechtkommen. Sie kommen auch zurecht. Aber ganz ehrlich sind sie trotzdem nicht.
Hat die unabhängige Jungfrau-Dame dann erkannt, daß sie von dem Regen in die Traufe gekommen ist, verbietet es ihr Stolz, diesen Fehler nun einzugestehen oder ihn gar wieder auszubügeln. Lieber beißt sie sich nun allein durch das Leben, und von den Selbstvorwürfen, die sie sich macht, soll möglichst niemand etwas erfahren. Deshalb gibt sie sich betont selbstbewußt, glücklich und zufrieden.


Wer paßt am besten zum Jungfrau-Mann?

Jungfrau-Männer machen zunächst fast immer einen kühlen Eindruck. Mädchen, die einer männlichen Jungfrau zum ersten Mal begegnen, halten diesen neuen Bekannten meist für nüchtern, berechnend, vielleicht auch für recht langweilig. Daß sie dabei einem Irrtum unterliegen könnten, kommt ihnen in Anbetracht der Zurückhaltung und Verschlossenheit, der Einsilbigkeit und scheinbaren Temperamentlosigkeit des Jungfrau-Typs überhaupt nicht in den Sinn.
Und doch können Jungfrau-Geborene ganz anders sein, als sie bei flüchtiger Bekanntschaft scheinen. Wie sie wirklich sind, das entdecken nur Partnerinnen, die sich Zeit nehmen, eine Beziehung allmählich wachsen zu lassen, und die somit auch dem Jungfrau-Mann genügend Zeit lassen, einem Mädchen, das ihn interessiert, näherzukommen. Im Zeichen Jungfrau werden nun einmal nicht die stürmischen Draufgänger und Eroberer geboren. Es liegt also auf der Hand, daß zum Jungfrau-Mann nur eine Partnerin paßt, die sich auf geduldiges Abwarten versteht.
Geduld ist nicht alles. Welche Eigenschaften sollte die richtige Partnerin des Jungfrau-Geborenen sonst noch mitbringen?
Wünschenswert wären zunächst einmal jene Eigenschaften, die zu einem guten Kameraden gehören, also Verläßlichkeit, Ehrlichkeit, offenes Wesen - um nur einige zu nennen.
Das Mädchen, dem ein Jungfrau-Geborener seine Neigung zu schenken bereit ist, sollte über einen gewissen Lebensernst verfügen, nicht einfach vergnügungssüchtig und flatterhaft in den Tag hineinleben. Zwar lacht und unterhält sich auch der Jungfrau-Typ gerne, doch unter dem Motto: "Alles zu seiner Zeit". Niemals wird er zum Beispiel seine Pflichten gröblich vernachlässigen, um sich ausgiebiger amüsieren zu können. Für ihn heißt es: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen; denn er ist pflichtbewußt, ordnungsliebend, strebsam und genau, und er erwartet, daß seine Partnerin das versteht. Mädchen, die das nicht verstehen, haben also kaum eine Chance, ihn als Dauerfreund zu gewinnen.
Bevor sich ein Jungfrau-Geborener überhaupt auf eine nähere Beziehung einläßt, hat er die Erwählte meist schon eine Weile beobachtet, ohne sich sein Interesse oder sein Herzklopfen anmerken zu lassen. Er ist ja ein Meister in der Kunst, eine undurchdringliche Maske zu tragen. Von Verstellung im negativen Sinn kann man freilich bei ihm nicht gut sprechen, eher von einer Art Schutzmaßnahme. Eine kleine Dosis Ängstlichkeit weisen auch die robustesten Jungfrau- Männer auf. Sie gehen nicht gerne ein Risiko ein, wollen möglichst sicher sein, daß die Frau, die ihr Herz und ihre Sinne entzündet hat, auch wirklich die "Richtige" ist.
Als Liebhaber ist der Jungfrau-Mann dann ebenso ausdauernd wie zärtlich, herzlich und alles andere als temperamentlos. Für vergröberte Sinnenfreude hat er freilich nicht viel übrig. Ihm liegt die feine Erotik mehr als der derbe Sex, denn die Gefühlskomponente und der Wunsch, sich nicht nur in den Stunden, wo "es" geschieht, zu verstehen, sind im Jungfrau-Zeichen stark ausgeprägt.

Der glücklichen Verbindung von Jungfrau-Männern und Waage-Mädchen (24. September bis 23. Oktober) stehen viele Hindernisse entgegen. Es ist wohl nicht völlig ausgeschlossen, daß ein starker, liebevoller und einsichtiger Jungfrau-Mann einen festigenden Einfluß auf die unverläßlich schwankende Waage ausübt, doch allzuoft dürfte sich dieser Fall nicht ereignen.

Wählt der Jungfrau-Mann ein Skorpion-Fräulein (24. Oktober bis 22. November), so kann man das nur mit einigermaßen verwundertem Kopfschütteln registrieren. Leider sind die Aussichten auch für dieses Paar nicht allzu rosig, es sei denn, die Skorpionin ist jene eine unter Hunderten, die "über ihren Schatten" springen kann.

Mit Schütze-Mädchen (23. November bis 21. Dezember) läßt sich herrliche Kameradschaft schließen, und das wissen Jungfrau-Männer zu schätzen. Wenn sie klug sind, tun sie keinen weiteren Schritt, denn sobald aus der Kameradin die Geliebte wird, nehmen die Komplikationen zu. Immerhin hat etwa jedes dritte oder vierte Paar die Chance es trotzdem zu schaffen.

Mit einer Steinbock-Geborenen (22. Dezember bis 20. Januar) könnte der Jungfrau-Mann das Große Los ziehen. Dieser Frauentyp wird ihm Gerechtigkeit widerfahren lassen, und so eine Verbindung, die meist ganz langsam zur Liebe reift, trägt den Keim eines Rekords an Dauerhaftigkeit in sich.

Ein weiblicher Wassermann (21. Januar bis 19. Februar) idealistischer Prägung käme für einen Jungfrau-Mann, der wiederum nicht allzu pedantisch ist, schon in Frage. Es gibt da eben etliche Wenn und Aber, und die individuelle Ausprägung der Typen entscheidet. In ihren sexuellen Wünschen kommen die Partner einander sehr nahe.

Die Verbindung Jungfrau-Fische (20. Februar bis 20. März) stellt auch erfahrene Deuter vor ein beinahe unlösbares Problem. Jedes "Für" kann durch ein "Wider" entkräftet werden, und ebenso umgekehrt. Alles zerfließt. Auch den Gefühlen, die Jungfrau und Fisch verbinden, könnte das zustoßen. Eines Tages sind sie nicht mehr da.

Jungfrau und Widder (21. März bis 20. April)? Erde und Feuer ergeben im allgemeinen keine ideale Partnerschaft. Trotzdem möchte man fragen: Warum eigentlich nicht? Die Jungfrau-Widder-Liebe wird eher früher als später eine Bewährungsprobe bestehen müssen. Fällt sie positiv aus - nun, dann sind berechtigte Hoffnungen vorhanden.

Begegnet der Jungfrau-Mann einem Stier-Mädchen (21. April bis 20. Mai), kommt die Annäherung nur stockend in Gang. Abwarten, Prüfen, Wägen ist beiden Partnern zu eigen. Lange Freundschaften, lange Verlobungszeiten sind typisch. Etliche Paare trennen sich während dieser Probezeit wieder. Entschließen sie sich jedoch, den Lebensweg gemeinsam fortzusetzen, dann hält der Bund wirklich.

Nur begrenzte Aussichten hat das Paar Jungfrau-Mann und Zwillinge-Frau (21. Mai bis 21. Juni). Die guten Eigenschaften beider Partner sind gewissermaßen vergebens, denn gerade die Pluspunkte, die auf jeder Seite vorhanden sind, werden vom Partner wenig gefragt.

Der Jungfrau-Mann reagiert durchaus positiv auf die Gefühlsbetontheit, Häuslichkeit und Einsatzbereitschaft, die für viele Krebs-Mädchen (22. Juni bis 22. Juli) charakteristisch sind. Bis zu einem gewissen Grad vermag er auch deren starke Stimmungsschwankungen zu ertragen - allerdings nur zu einem gewissen Grad. Wenn dieser überschritten wird, "kommt er nicht mehr mit". Entscheidungen müssen sorgfältig überlegt werden. Nichts übereilen, weder das Ja noch das Nein.

Löwe-Frauen (23. Juli bis 23. August), die vorbehaltlos geliebt und bewundert werden wollen, stoßen sich häufig an der kritischen Veranlagung der Jungfrau-Männer, denn diese macht die Liebe selten blind. Zwar ist die Möglichkeit nicht auszuschließen, daß man sich "arrangiert", aber Zweifel müssen angemeldet werden.


Wer paßt am besten zur Jungfrau-Frau?

Verglichen mit Frauen aus anderen Sternzeichen, stößt es den Jungfrau-Geborenen etwas seltener zu, daß sie Männern begegnen, bei denen sie vermuten: "Der könnte zu mir passen!"
Ist die Jungfrau so anspruchsvoll? Ja und nein. Sie hat feste (bisweilen beinahe starre) Vorstellungen von dem "Mann ihres Lebens". Vor allem betreffen diese Vorstellungen den Charakter. Anspruchsvoll in materieller Hinsicht ist die Jungfrau-Geborene nicht so sehr. Wenn sonst in einer Beziehung alles "stimmt", ist sie durchaus zu Einschränkungen, zum Sparen, zum Verzicht auf kostspielige Geschenke oder Vergnügungen bereit. Sie kann auch warten. Es ist ihr nicht so wichtig, daß der Mann, dem sie ihr Herz schenkt, bereits über reichlich Bargeld und alles Drum und Dran verfügt - entscheidender in ihren Augen sind seine Fähigkeiten, seine Strebsamkeit, kurzum Eigenschaften, die mit einer gewissen Sicherheit erwarten lassen, daß er seinen Weg im Leben machen und es eines Tages zu einem höheren Einkommen bringen wird.
Solche Erwägungen sind zwar im Jungfrau-Wesen fest verankert, sie bilden aber kaum das eigentlich auslösende Moment. Es ist also nicht etwa so, daß die weibliche Jungfrau nach Männern mit Zukunftsaussichten Ausschau hält und sich dann erst fragt: "Gefällt er mir?" Meist schaltet sich das Wägen und Prüfen erst ein, wenn sich die Jungfrau bereits stark von einem neuen Bekannten angesprochen fühlt.
So kühl und nüchtern die Geborenen dieses Zeichens auch wirken - sie sind letzten Endes doch Frauen mit großem Gefühlsreichtum, und es kommt durchaus vor, daß ihnen ihre Gefühle einen Streich spielen. Die Jungfrau ist keineswegs dagegen gefeit, sich in den "Falschen" zu verlieben. All ihr Verstand, ihre kritische Beobachtungsgabe und ihre Vorsicht können sie nicht immer davor bewahren, einer Täuschung zu erliegen.
Hat ein Mann herausgefunden, was die Jungfrau von ihm erwartet, und verfügt er über genügend Verstellungsgabe, so wird es ihm unter Umständen gelingen, die sonst so scharfsichtige Partnerin zu täuschen - zumindest eine Weile.
Erwacht die Jungfrau-Geborene dann doch aus dem schönen Traum und steht sie vor den Scherben ihres Liebesglücks, kommt sie schwer über so eine Enttäuschung hinweg. Es wird meist lange dauern, bis sie wieder bereit ist zu neuen Hoffnungen. Bei manchen Frauen dieses Zeichens brechen alte Narben immer wieder auf.
Typisch für das Jungfrau-Zeichen ist, daß Glück und Schmerz nicht weithin sichtbar zur Schau getragen werden. Auf die Beziehung zum Liebespartner übertragen, bedeutet das: Er muß Geduld haben, muß der Jungfrau das Gefühl schenken, ihm wirklich vertrauen zu dürfen, denn nur dann wird sie aus sich herausgehen und ihm den ganzen Reichtum an Herzensgüte, Zärtlichkeit und Liebesfähigkeit offenbaren, über den sie verfügt.

Einem Waage-Mann (24. September bis 23. Oktober) gegenüber reagiert die "typische Jungfrau" sehr oft instinktiv mit Mißtrauen oder gar Ablehnung. Sie fühlt sich durch den labilen Kurs, den er steuert, ebenso irritiert wie durch sein unentwegtes Flirten. Da Waage-Männer die echten Vorzüge der Jungfrauen kaum zu würdigen wissen, ist es wohl besser, wenn Distanz gehalten wird.

Auch ein Skorpion- Partner (24. Oktober bis 22. November) kann der weiblichen Jungfrau nicht empfohlen werden. Trotz ihrer zur Schau getragenen Sicherheit und Überlegtheit ist dieser Frauentyp recht verletzbar, und die "Bissigkeit" des Skorpions verwundet die Jungfrauen. Auf sexuellem Gebiet besteht nur äußerst geringe Übereinstimmung. Ausnahmen sind höchst selten.

Zu einem Schütze-Mann (23. November bis 21. Dezember) findet die Jungfrau relativ leicht herzlichen Kontakt. Trotzdem ist die gemeinsame Basis nur mittelmäßig. Die weibliche Jungfrau dürfte an der fröhlichen Unbekümmertheit des Schützen eines Tages echten Anstoß nehmen, während er diese Partnerin schließlich als allzu schwerfällig für seinen Geschmack finden wird. Nur bescheidene Chancen können eingeräumt werden.

Trifft die Jungfrau-Geborene einen Steinbock-Mann (22. Dezember bis 20. Januar), so wird das gewiß keine Blitzliebe werden, doch die Sympathien, die sich ganz allmählich entwickeln, haben die Aussicht, so stark wie überhaupt möglich zu werden und Jahrzehnte zu überdauern. Die Umgebung wird wahrscheinlich glauben, es handele sich um eine wenig ergiebige Partnerschaft - doch das ist egal. Hauptsache, die beiden sind glücklich, wenn es niemand sieht.

Da das Zeichen Wassermann (21. Januar bis 19. Februar) recht unterschiedliche Vertreter hervorbringt, läßt sich keine allgemeine Prognose stellen. Mit einem strebsamen, gesammelten Wassermann, der sich bereits "ausgetobt" hat, könnte die Jungfrau zumindest nicht unglücklich werden. Von den übrigen sollte sie die Finger lassen.

Für die Verbindung mit einem Fische-Mann (20. Februar bis 20. März) spricht, daß dieser Typ meist verläßlich und treu ist. Trotzdem verlaufen Liebesbeziehungen zwischen weiblicher Jungfrau und männlichem Fisch oft unbefriedigend. Man kann sie zwar nicht rundweg ablehnen, aber auch nicht heiß befürworten. Der Ausgang läßt sich sehr schwer vorhersagen.

Den Widder-Mann (21. März bis 20. April) reizt mitunter die Verschlossenheit und Zurückhaltung der weiblichen Jungfrau. Er vermutet (nicht zu Unrecht) "mehr" hinter der zur Schau getragenen Gleichgültigkeit und setzt zum Sturmangriff an. Der Jungfrau wiederum imponieren Energie und Fleiß des Widders, der, wenn er nur will, auch sehr charmant sein kann. Wie es endet? Die Chancen stehen etwa 50:50.

Mit einem Stier-Mann (21. April bis 20. Mai) könnte die Jungfrau glücklich werden, sofern er nicht ständig den Besserwisser und Lehrmeister hervorkehrt. Die Lebensziele sind recht ähnlich, und auch in Sexfragen versteht man einander. Auf alle Fälle probieren!

Bei Zwillinge-Männern (21. Mai bis 21. Juni) ist wiederum guter Rat teuer. Viele Kompromisse werden nötig sein, um so eine Verbindung nicht scheitern zu lassen. Hat der Zwilling nicht nur vorübergehend, sondern ausdauernd Feuer gefangen, ist die Jungfrau nicht zu streng und helfen äußere Umstände mit, Klippen zu umschiffen, dann könnte es klappen.

Auch bei dem Paar Krebs-Mann (22. Juni bis 22. Juli) und Jungfrau-Geborene entscheidet letzten Endes die Bereitschaft, den anderen so zu nehmen, wie er ist. Hundertprozentig wird es kaum klappen, denn es ist auch in relativ günstigen Fällen mit chronisch schwelenden Krisen zu rechnen.

Mit Nachbarzeichen ist das so eine Sache, und der Löwe (23. Juli bis 23. August) ist "Nachbar" der Jungfrau. Sie wird sich in diesen so imponierenden Mann unter Umständen heftig verlieben. Es wäre aber möglich, daß der Löwe mit einer Jungfrau-Liebe nicht viel anzufangen weiß, weil er seine Idealfrau anders sieht.

Die Bindung Jungfrau-Jungfrau kann nur gutgehen, wenn sich diese Partner nicht gegenseitig durch ihre Pedanterie auf die Nerven gehen und wenn einer der beiden beweglich bleibt.


Der Jungfrau-Mann und sein Gefühlsleben

Jungfrau-Geborene haben eine ernste Lebensauffassung. Sie nehmen auch Gefühle ernst - sehr ernst sogar! Wer sie für gefühlsarm, nüchtern und berechnend hält, der ist einem beachtlichen Irrtum erlegen. Freilich tragen die Jungfrau-Menschen selbst dazu bei, daß solche Irrtümer entstehen.
Sofern die Vertreter dieses verschlossenen (bisweilen sogar kontaktarmen) Typs nur von zufälligen Bekannten, von Menschen, mit denen sie bloß flüchtig zu tun haben, falsch eingeschätzt werden, ist das nicht weiter schlimm. Anders verhält es sich, wenn das unzutreffende Bild so eines Jungfrau-Geborenen das Zustandekommen einer erwünschten Bindung behindert oder gar verhindert.
Wie das möglich ist? Ganz einfach: Liebe entsteht bekanntlich nicht nur, wenn der sprichwörtliche "Blitzschlag" die Herzen entzündet. Sie entwickelt sich oft allmählich und stufenweise. Am Beginn steht vielleicht ein etwas stärkeres Interesse, stehen Sympathie oder ein nettes, freundschaftliches Verhältnis. Daraus kann dann Liebe werden.
Viele Paare haben schon auf diese Weise zueinandergefunden. Sie dachten zunächst nur an einen Flirt, an Unterhalten oder an Kameradschaft - und plötzlich war "mehr" da. Man entdeckte Gleichgestimmtheit und den Reiz der erotischen Anziehungskraft.
Beim Jungfrau-Mann (zumindest bei der Mehrzahl seiner Vertreter) liegt die Gefahr nun darin, daß die ersten, noch ganz unverbindlichen Schritte des Einander-Näherkommens unterbleiben und somit die ganze weitere Entwicklung, die sich hätte anschließen können.
Den Eindruck, "Spaßverderber" zu sein, trocken, leidenschaftslos und unzugänglich, machen viele Jungfrau-Geborene, weil sie ihren wahren innerlichen Reichtum, ihr feines Empfinden und ihre oft recht originellen Ideen eben nicht "an die große Glocke hängen". Und weil sie das nicht tun, werden sie einfach übersehen.
An unverbindlicher Geselligkeit, an kecken Flirts und Liebeleien ist gerade diesem Typ wenig oder gar nichts gelegen. Ginge es bloß um diese Dinge, die er ohnedies geringschätzt, wäre ihr Nichtzustandekommen nebensächlich - doch, wie gesagt, es kann sich aus solchen "leichten" Beziehungen auch einmal eine dauerhafte entwickeln, und das verhindert der Jungfrau-Mensch durch sein Wesen, dem Leichtigkeit fremd ist.
Jungfrau-Menschen schließen sich neuen Bekannten gegenüber nur langsam auf. Sie wägen und grübeln und prüfen wohl auch manchmal zuviel. So kann es geschehen - und geschieht tatsächlich -, daß sie an ihrem Glück, an einem Partner, der ihre heimlichen Wünsche hätte erfüllen können und zu ihnen gepaßt hätte, vorübergehen, an einem Glück, das für sie bereitgelegen und mit schnellem, kühnem Zugriff zu erobern gewesen wäre.
Freilich: Nicht alle Jungfrau-Geborenen stehen sich und ihrem Glück gleichermaßen selbst im Wege. Jene Wesenszüge, die eben als hemmend geschildert wurden, sind ja nicht bei allen gleich stark ausgeprägt. Sie fehlen allerdings auch nie völlig.
Grundbedingung für das Gedeihen einer Liebesbeziehung ist, daß sich die Einstellung der Partner zu den wichtigsten Problemen des Lebens wenigstens zu etwa fünfzig Prozent deckt. Das Vorhandensein seelischer und geistiger Gleichgestimmtheit fällt in der Jungfrau-Liebe nicht zuletzt deshalb besonders ins Gewicht, weil dieser Typ in ausschließlich erotischen Bindungen keine volle Befriedigung findet und die Erotik lediglich als Teil eines Ganzen bejaht, zu dem eben auch der erwähnte seelische und geistige Kontakt gehören.
Wenn ein Jungfrau-Mensch liebt, dann handelt es sich (von wenigen Ausnahmen abgesehen) eigentlich nie um ein jäh aufloderndes Gefühlsfeuer. Seine Neigungen wurzeln tief, und das macht sie dauerhaft.
Liebende aus dem Zeichen Jungfrau haben ein starkes Verlangen danach, ihrerseits der Auserwählten ihres Herzens vertrauen zu dürfen. Sie fürchten die Enttäuschung mehr als andere Menschen, und da sie nicht gerade zu den geborenen Optimisten gehören, halten sie diese gefürchtete Enttäuschung stets für möglich. Mit anderen 'Worten: Sie sind mißtrauisch und eifersüchtig, auch dann, wenn noch kein konkreter Anlaß vorliegt.
Außerdem ist die sogenannte "blinde Liebe" nicht von einem Jungfrau-Menschen erfunden worden. Im Gegenteil. Auch wenn sie noch so verliebt sind, bleibt ihre angeborene Kritiklust wach. Ihr Kritisieren ist keineswegs "böse" gemeint. Es entspringt oft dem Wunsch, den geliebten Partner von einer Schwäche zu befreien, die in den Augen des Jungfrau-Typs einen Schönheitsfehler darstellt. Jungfrau-Menschen haben (und auch das beweist, wie sehr ihnen oft Nüchternheit und Realismus mangelt!) große Ideale, unter anderem auch ideale Vorstellungen vom Gegenstand ihrer Liebe. Die Sehnsucht nach dem Ideal und der kritisch prüfende Verstand stehen einander feindlich gegenüber.
Diese Diskrepanz ist es schließlich, die den Jungfrau-Mann daran hindert, seine Gefühle offen zu zeigen, und die es ihm schwermacht, ganz aus sich herauszugehen. Immer wieder machen ihm seine Logik und seine eigenen, sehr hoch gesteckten Ideale einen Strich durch die Rechnung, so daß er sich so manches Mal um sein Glück oder doch zumindest um ein hübsches Abenteuer bringt.


Die Jungfrau-Frau und ihr Gefühlsleben

Viele Jungfrau-Geborene sind "mehr als sie scheinen". Wie scheinen sie? Nun, sie erwecken immer wieder den Eindruck, nüchtern-berechnend, kühl, gefühlsarm, erotisch desinteressiert zu sein. Und wie sind sie? Herzlich, tiefer, ausdauernder Gefühle fähig, zärtlich und bereit, sich mit ganzer Kraft für den erwählten Partner einzusetzen, um zu helfen und mit ihm gemeinsam das Leben zu zweit zu bauen.
Freilich: Sie sind auch kritisch und legen an den geliebten Partner oft recht strenge Maßstäbe an. Nicht jeder kann vor ihrem prüfenden Blick bestehen. Sagt eine Jungfrau aber einmal ja, dann ist das nicht für kurze Zeit, sondern für das ganze Leben. Zumindest wünscht sich dieser Frauentyp die dauerhafte Liebe. Fehlschläge, Enttäuschungen treffen die Frauen des Jungfrau-Zeichens schwer. Sie versuchen, das Risiko möglichst gering zu halten, indem sie jeden entscheidenden Schritt lange und genau überlegen.
Doch das bewahrt sie nicht immer davor, in der Liebe zu scheitern. Gerade im Zeichen der Jungfrau fallen oft Schatten auf das Liebesglück. Einige davon sind "erklärbar", andere bleiben irgendwie rätselhaft.
Die Jungfrau-Geborene ist als Liebespartnerin und Ehefrau nicht oder höchstens um ein geringes schwieriger als andere Frauen, wenn sie den richtigen Gefährten findet. Auf dieses Wenn kommt es weitgehend an. Der Partner darf wohl etwas lebhafter und "leichter" sein als die Jungfrau selbst, darf sich aber nicht im direkten Gegensatz zu diesem Typ befinden. Er sollte sie anfeuern, von ihr aber nichts verlangen, was ihr unmöglich ist. Er sollte ihr immer wieder zeigen, daß er sie schätzt, denn sie verlangt nach Anerkennung ebenso wie nach Liebe.
Und er darf ihr keine Verdachtsmomente liefern. Ist nämlich das Mißtrauen einer weiblichen Jungfrau einmal geweckt, dann bleibt es wach. Dieser Frauentyp sehnt sich nach einem verläßlichen Partner mit gleichbleibenden Gefühlen. Jungfrauen wünschen sich Sicherheit. Einmal daraus aufgeschreckt, gekränkt und unsicher geworden, verschließen sie die weicheren Züge ihres Wesens. Sie werden hart, unliebenswürdig, bisweilen bissig. Das ist ihre Abwehrreaktion, denn sie wollen nicht verraten, daß sie verletzbar sind.
In der Erotik wird weniger die primitiv-sinnenfrohe als vielmehr die vergeistigte und verfeinerte Spielart gesucht. Ein rein körperliches Sichfinden, das keine Parallele im Seelisch-Geistigen hätte, entspricht nicht der Idealvorstellung dieser Frauen, die ganz allgemein in der Liebe eine lange "Anlaufzeit" benötigen, wenn sie sich aber einmal entschieden haben, den Partner nicht mehr zu wechseln wünschen - es sei denn, er bereitet ihnen eine tiefe, schmerzliche Enttäuschung.
Weibliche Jungfrau-Geborene gehen fast nie zum "Angriff" über. Sie erobern nicht - sie lassen sich lieber erobern. Den Hintergrund für diese Haltung gibt der Wunsch nach Beständigkeit ab und die Überzeugung, daß nur eine Beziehung Chance auf Bestand hat, bei der beide Seiten zu vollem Einsatz bereit sind. Es gilt also, nach Ansicht der Jungfrau-Damen, zunächst zu prüfen, ob das Interesse des Partners stark genug ist, um die Mühe einer allmählichen Eroberung auf sich zu nehmen.
Der weibliche Jungfrau-Typ liebt nicht allein mit dem Körper, sondern auch mit der Seele und dem Verstand. Einen Partner, der ihr in jeder Hinsicht entspricht, wird die Jungfrau-Frau nicht so leicht finden. Sie tappt des öfteren daneben. So kommt es, daß diese von der Natur eher zu "Dauerbrennern" geschaffenen Frauen ihre Flamme immer wieder an einem anderen Objekt entzünden müssen, daß sie mehrmals heiraten, obwohl es ihnen im Grunde genommen lieber gewesen wäre, ihrer ersten Liebe treu bleiben zu können.
Im allgemeinen dürfen Jungfrau-Menschen beiderlei Geschlechts als sehr verläßlich, ausdauernd in den Gefühlen, warmherzig und klar bezeichnet werden - freilich auch als sehr verschlossen und keinesfalls schnell bereit, ihr Herz zu zeigen. Mißtrauen und Eifersucht sind in diesem Zeichen ziemlich stark ausgeprägt.
Einen gefühlsmäßigen Idealzustand kann eine Jungfrau-Geborene nur erreichen, wenn sie einerseits in einer harmonischen, zugleich sicheren Bindung lebt, sich als Ehefrau, Hausfrau und Mutter bestätigt sieht, und wenn sie darüber hinaus noch die Möglichkeit hat, sich selbst zu beweisen, daß sie auch noch für andere Tätigkeiten geschaffen ist. Sie möchte zwar nicht unbedingt - neben der Familie - noch die ganz große Karriere machen, aber ganz vergessen möchte sie die Jahre ihrer Berufstätigkeit auch nicht, wenn kleine Kinder sie an ein Heim fesseln.
Einen Überschwang der Gefühle, für Jungfrauen so ungewöhnlich und selten, erlebt man nur, wenn sich die Jungfrau-Dame frisch verliebt hat und überzeugt ist, den einzig richtigen Partner gefunden zu haben. Doch selbst in diesem Moment wird sie diesen Überschwang weitgehend für sich behalten und nur stille Verliebtheit, Anschmiegsamkeit und Wärme zeigen. Daß sie ein "Vollblutweib" sein kann, das erfährt der Partner der Jungfrau-Geborenen meist erst im Laufe der Ehe. Er tut dann gut daran, diese Tatsache für sich zu behalten, denn es wäre der Jungfrau selbst "peinlich", als leidenschaftlich eingestuft zu werden.


Der Jungfrau-Mann und sein Sexualleben

Es liegt zum Teil bei den Jungfrau-Männern selbst, wenn sie einen Eindruck erwecken, der den Tatsachen nicht entspricht - wenn sie also etwas kühl, gefühlsarm, erotisch desinteressiert, nüchtern wirken, zum anderen Teil freilich ist die Schuld für das Entstehen von Fehlurteilen bei jenen oberflächlichen Mitmenschen zu suchen, die sich nicht die Mühe nehmen, auf etwas schwierigere Zeitgenossen feinfühlig und geduldig einzugehen.
Sind die Jungfrau-Männer im allgemeinen und als Liebespartner im besonderen wirklich so schwierig? Sie selbst bestreiten das energisch. Ihrer Meinung nach kann ein Mensch, der sich "richtig" verhält, gar nicht anders sein, nicht anders denken und fühlen, als sie es tun. Was "richtig" ist, läßt sich freilich nur bis zu einem gewissen Grad objektiv festlegen, und der ziemlich große Rest unterliegt subjektiver Einschätzung. Die Jungfrau-Geborenen wollen das oft nicht wahrhaben. Ein wenig Starrsinn, Mangel an Anpassungsfähigkeit und Kompromißbereitschaft sind leider zweifellos vorhanden. Darunter leiden dann die Kontakte zu den Mitmenschen und vor allem auch die Liebesbindungen.
Von Natur aus sind die Jungfrau-Menschen zu "Dauerbrennern" in der Liebe geschaffen. Trotzdem ist es nur wenigen von ihnen beschieden, die Liebe zu finden, die ein Leben lang dauert. Mehrere Enttäuschungen sind bei Jungfrau-Männern nahezu die Regel. Und nach jeder Enttäuschung dauert es um ein Weniges länger, bis der Schlag überwunden und ein neuer Anlauf gewagt wird. Der Weg zum Glück ist voller Dornen.
Liegt es wirklich nur an dem etwas schwierigen Charakter der Jungfrau-Männer, daß der passende Partner so schwer gefunden wird? Den Vorwurf unüberlegten Vorgehens und vorschnellen Jasagens kann man gerade diesem Typ gewiß nicht machen. Jungfrau-Geborene prüfen den Partner mit dem Gefühl und mit dem Verstand. Auch wenn sie sehr verliebt sind, arbeitet ihr Hirn "nebenbei" klar weiter, läßt sie die Schwächen des geliebten Menschen erkennen, läßt sie zögern, ehe sie weittragende Entschlüsse fassen. Wieso trotz kritischem Abwägen dann doch relativ oft der falsche, nämlich mit dem Jungfrau-Wesen zu wenig übereinstimmende Liebespartner gewählt wird, ist rätselhaft. Es gibt keine logische Erklärung dafür. Man kann nur festhalten, daß es so ist.
Der männliche Jungfrau-Typ liebt ebenso wie sein weibliches Gegenstück nicht allein mit dem Körper, sondern auch mit der Seele und mit dem Verstand.
Für ihn ist ferner kennzeichnend, daß er niemals seine Arbeit oder seinen Beruf vernachlässigt, mag er noch so sehr mit Herzensproblemen beschäftigt sein. Und gerade das fällt den von ihm gewählten Sexpartnerinnen oft schwer, zu begreifen, besonders wenn es sich um junge Mädchen handelt, die allzu schnell in der Wichtigkeit, die der Jungfrau-Mann der Erfüllung beruflicher Pflichten beimißt, einen Beweis für mangelndes erotisches Interesse sehen.
Dabei erfolgt der gesteigerte berufliche Einsatz des liebenden Jungfrau-Mannes oft nicht zuletzt deshalb, weil er möglichst bald eine sichere finanzielle Grundlage für eine Dauerbeziehung schaffen will. Mit Vorwürfen wie "deine Arbeit ist dir wichtiger als unsere Liebe" tut man ihm also sehr unrecht. Trotzdem scheitern die Liebesbeziehungen männlicher Jungfrau-Geborener häufig an diesem Punkt.


Die Jungfrau-Frau und ihr Sexualleben

Die Jungfrau-Dame hat unverkennbar eine kräftige "sachliche Ader", die bewirkt, daß sie sich in entscheidenden Situationen immer wieder fragt: "Was nützt es mir? Welchen Vorteil habe ich davon?" Verliebt sich eine Jungfrau-Eva, so mag es zwar gelegentlich so aussehen, als würde sie den Kopf verlieren, aber das stimmt nicht. Ein Rest Nüchternheit bleibt ihr auch in der größten Verliebtheit. Daß sie sich trotzdem bei der Partnerwahl täuschen kann, kränkt die Jungfrau ebenso, wie es sie erbittert. Sie möchte so gerne Ordnung in ihrem Leben haben und reagiert mit Nervosität und Unleidlichkeit, wenn ihr das nicht gelingt. Eine bissige Jungfrau ist stets eine unzufriedene. Auch wenn sie kühl und teilnahmslos scheint, möchte sie doch gerne umworben werden. Sie zeigt es bloß nicht.
Deshalb ist auch die Partnerwahl in diesem Zeichen so besonders wichtig. In erotischer Hinsicht ist dieser Typ äußerst diffizil. Ein Mann, der eine "Wildkatze" sucht, darf im allgemeinen keinen Jungfrau-Typ wählen. Meint der Refrain eines Reimes doch spöttisch, diese Dame suche "Ordnung selbst in der Liebkosung". Die Jungfrau ist - in den richtigen Händen - voll unendlicher Liebes- und Opferfähigkeit für die Ihren; allerdings basieren körperliche Beziehungen bei ihr in erster Linie auf der Zartheit und Sublimierung der Gefühle. Deshalb geht sie grundlegend in die Irre, wenn sie einen Mann nicht nach ihrem seelischen Instinkt als Partner wählt, sondern nach Äußerlichkeiten, eben nach "Geld und Gut" und flottem Auftreten. Wenn sie in entscheidenden Momenten ihres Lebens "Köpfchen" vor Herz stellt - setzt sie auf die falsche Karte. Und das ist so häufig die Tragik in diesem Zeichen.
Es soll jedoch nicht nur über drohende Schwierigkeiten gesprochen werden. Jungfrau-Damen verfügen über zahlreiche Eigenschaften, die den richtig gewählten Partner sehr glücklich machen und der Sexbeziehung ein festes Fundament geben können. Da ist zunächst einmal die Verläßlichkeit dieser Menschen, ihr treues Sorgen, ihr seelischer Reichtum, der Wärme, Zärtlichkeit und Geborgenheit ausstrahlt. Diese letztgenannte Gabe ist meist unter einer spröden, harten Schale verborgen, für Außenstehende nicht erkennbar, sie blüht aber köstlich auf, sobald sich so ein Jungfrau-Mensch mit dem Ehepartner innig verbunden fühlt. Bei richtiger Wahl kann der Partner des Jungfrau-Typs in der Ehe die angenehmsten Überraschungen erleben, denn so manche zurückhaltende, nur scheinbar kühle Jungfrau-Dame entwickelt bei richtiger Behandlung respektable Qualitäten als Liebhaberin, so wie auch der nüchtern wirkende Jungfrau-Mann, sobald er die Gefährtin gefunden hat, die mit ihm auch seelisch und geistig übereinstimmt, durchaus leidenschaftlicher Liebe fähig ist.
Die Jungfrau-Dame hat eine sehr positive Einstellung zur Erotik, sie lehnt bloß das Derbe ab. Für sie kann Erotik niemals für sich allein bestehen, sondern nur im Zusammenhang mit anderen bindenden Faktoren, mit gemütvoller, herzlicher Zuneigung und einer gemeinsamen geistigen Heimat.
Nur wenn all diese Bedingungen erfüllt sind, schafft sie es tatsächlich, in Sachen Sex die Frau zu sein, nach der sich die meisten Männer sehnen. Dann ist sie anschmiegsam, zärtlich, erfinderisch und entwickelt ein erotisches Fingerspitzengefühl, das ihr von Außenstehenden im allgemeinen nicht zugetraut wird. Den Partner zu wechseln, nur aus einer sexuellen Neugierde heraus, fällt ihr dann noch weniger ein als sonst. Sie ist und bleibt eine treue Geliebte.


Wie treu sind Jungfrau-Menschen?

Der Jungfrau-Typ mit seiner korrekten Lebensauffassung, seinem Gefühlsernst und seinem stark entwickelten Verantwortungsbewußtsein wird bei der Eheschließung an eine Dauergemeinschaft im wahrsten Sinn des Wortes denken. Er hat sich diesen Schritt ja meist lange und gründlich überlegt. Leichtfertige Entscheidungen, etwa unter dem Motto: "Probieren wir es eben miteinander - und wenn es nicht klappt, können wir uns ja bald wieder scheiden lassen -", so eine Einstellung ist nur bei den allerwenigsten Jungfrau-Menschen anzutreffen, eigentlich nur dann, wenn im Individualhoroskop eine extreme und untypische Konstellation zu Abweichungen vom echten Jungfrau-Wesen führt.
Doch nicht von Ausnahmen soll hier gesprochen werden, sondern von der Regel, die zwar flexibel ist und Gradunterschiede in der Intensität der einzelnen Charakterzüge durchaus gestattet, jedoch nicht deren Verkehrung in das Gegenteil.
Jungfrau-Menschen beiderlei Geschlechts streben also die dauerhafte, auf gegenseitiges Vertrauen und herzliches Verstehen gegründete Lebensgemeinschaft an.
Für Jungfrau-Geborene mit ihrem echten Bemühen und Vollkommenheitsstreben ist es ein besonders herber Schlag, wenn sie eines Tages etwa entdecken müssen, daß der Mann sich für ein keineswegs so einsatzfreudiges, fleißiges und verläßliches, hingegen kapriziöses und raffiniertes weibliches Wesen interessiert, und daß diese Rivalin es spielend erreicht, vom Mann so verwöhnt zu werden, wie er von der Jungfrau-Gattin umsorgt wird. Dergleichen kommt bekanntlich vor und gar nicht einmal so selten.
Tritt in einer Jungfrau-Ehe eine ernste Krise durch Seitensprünge des Mannes ein, sind der Jungfrau-Geborenen auf Grund ihres Wesens jene Auswege versperrt, die andere Frauen wählen, indem sie die Ehe in gelockerter Form "nach außen hin" fortsetzen und sich im übrigen ebenfalls das eine oder andere kleine erotische Abenteuer gestatten. Es widerstrebt dem Jungfrau-Typ, eine Ehe quasi vorzutäuschen und sexuelle Freizügigkeit zu praktizieren. Die Vorstellungen von der richtig funktionierenden Ehe sind eben gerade beim oft nur nüchtern eingeschätzten Jungfrau-Typ sehr ideal.
Das Jungfrau-Wesen ist mit beträchtlichem seelischen Tiefgang ausgestattet. Was anderen Menschen ein paar Tränen entlockt oder einen Zornesausbruch zur Folge hat, um schließlich doch ganz gut "verdaut" zu werden, das kann so manche Frau aus diesem Zeichen einfach nicht verwinden, einmal weil ihr die Kompromißbereitschaft fehlt, zum anderen, weil Enttäuschungen, und damit ist im allgemeinen Untreue gemeint, bei ihr tiefer gehen.
Diese Frauen sind bereit, sich mit ganzer Kraft, mit allen verfügbaren Reserven und all ihrer spröden Innigkeit in die Ehe zu stürzen - sie wissen auch recht gut darüber Bescheid, wie hoch die "Mitgift" an Liebesbereitschaft, Arbeitseinsatz, Treue und Verläßlichkeit ist, die sie mitbringen, und sie fühlen sich deshalb berechtigt, vom Partner dasselbe zu erwarten, ja zu fordern.
Der verheiratete Jungfrau-Mann geht ebenso mit Umsicht und Verantwortungsbereitschaft an die Aufgabe heran, die ihm seine neue Rolle als Ehepartner und schließlich als Familienvater bringt. Er hat geheiratet, um verheiratet zu bleiben. Daß ihm dies trotz der Ernsthaftigkeit seiner Absichten nicht immer gelingt, ist ein Kapitel für sich. Dennoch muß festgehalten werden: Untreue Jungfrau-Gatten sind relativ selten. Oft ist ihnen das Versteckspiel mit einer Geliebten nicht nur zu anstrengend, sondern es harmoniert auch nicht mit ihrem Wunsch, ein überschaubares, durchorganisiertes Leben zu führen.
Der Jungfrau-Mann liebt nun einmal klare Einteilungen, und dies nicht nur in Verbindung mit materiellen Dingen. Wenn er sein eigenes Liebesverlangen mitunter zügelt, es gewissermaßen "dosiert", dann mag ebenfalls der Wunsch dahinterstecken, die Leidenschaft nicht zu schnell abzunützen, denn sie soll ja nicht in Überdruß münden, sondern immer wieder und wieder angefacht werden können. Das mache man einmal einer Skorpion- oder Löwe-Frau, einer Schützin oder Widder-Geborenen klar!
Die Frau, die einen Jungfrau-Mann heiratet, sollte nicht erwarten, ihn ändern zu können. Er wird so bleiben, wie er ist: rücksichtsvoll und ein wenig pedantisch, hilfsbereit und gelegentlich pessimistisch, unermüdlich sorgend, treu und mißtrauisch - ein "Schatz" ...mit kleinen Fehlern. Man darf sein Vertrauen nicht enttäuschen. Es ist möglich, daß er Hintergehung erst nach einiger Zeit bemerkt, aber er wird sie kaum verzeihen können, wird über diesen Vertrauensbruch nie hinwegkommen.
Die Jungfrau-Männer sind nun einmal nur zu "Dauerbrennern" in der Liebe geschaffen. Trotzdem finden bei weitem nicht alle jene Liebe, nach der sie sich sehnen und die ein Leben lang dauert. Herbe Enttäuschungen sind beinahe die Regel, zumindest ergeht es jedem zweiten Jungfrau-Mann so, daß er öfter als nur einmal eine geliebte Frau nicht zu erobern oder sie nicht zu halten vermag. Wie weit ist das seine eigene "Schuld"?
Wenn es darum geht, eine Frau für sich zu gewinnen, stehen dem Jungfrau-Mann tatsächlich oft seine Zurückhaltung, sein langes Prüfen und Zögern im Weg. Und dann kann es leicht geschehen, daß irgendein Casanova des Weges kommt, der es bei weitem nicht so ernst meint wie der Jungfrau-Mann und der trotzdem bei der Angebeteten das Rennen macht.



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